Handicap macht Schule - Blindenfußball

 

Wie es sich anfühlt, nichts zu sehen, das durften unsere Viertklässler letzte Woche am eigenen Leib erfahren. Nur mit Hilfe eines Seils vom Vordermann geführt zu werden war für alle eine ganz neue Erfahrung.

 

Benjamin Zoll von der Stuttgarter Nikolauspflege, einer Einrichtung für Blinde und Sehbehinderte, betreut seit  Jahren in Baden-Württemberg das Projekt „Handicap macht Schule“. Er erklärt den Kindern, dass 80% unserer Wahrnehmung über das Sehen passiert. Fällt dieser Sehsinn aus bekommt der Hörsinn eine wichtigere Aufgabe zugeteilt.

 

Bei verschiedenen Übungen vermittelte Benjamin Zoll den Kindern, wie es ist, sich auf andere Sinne verlassen zu müssen. Mit der zugeklebten Skibrille vor den Augen haben die Kinder viel Spaß. Sie werden nicht nur für das Thema Behinderung sensibilisiert, auch das Vertrauensverhältnis der Schüler untereinander wird gestärkt.

 

Beim Blindenfußball wird mit Bällen gespielt, die Glöckchen enthalten. Den Kindern wurde schnell klar, dass sie zwar den Ball mit dem Fuß spielen können, aber den Ball nur wieder finden, wenn er rollt. Er muss nämlich immer in Bewegung sein. 
Bis Kinder ein richtiges Fußballspiel im Blindenfußball spielen können, so erklärte Benjamin Zoll, braucht man viel Training.

 

Nach vielen verschiedenen Übungen, die den Schülerinnen und Schülern große Konzentration abverlangten, waren alle ein bisschen müde, aber um eine wertvolle Erfahrung reicher: sie haben jetzt mehr Verständnis für den Alltag von nicht-sehenden Mitbürgern.